Bewerbungs-Knigge am Sozialtag
Nur für den Fall, dass ich ihn mal treffen sollte – wie spreche ich eigentlich den Bundespräsidenten korrekt an? Welche Kleidung ist für ein Bewerbungsgespräch als Industriemechaniker angemessen? Welche ist es bei einer Bewerbung als Bankkauffrau? Was kann ich tun, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen? Worauf sollte ich bei Tisch achten? Und warum sollten Jugendliche eigentlich überhaupt noch Manieren und gutes Benehmen lernen, wo doch Menschen weltweit derzeit vormachen, dass man auch mit rücksichtslosen Rüpeleien erfolgreich sein und scheinbar gut „durchkommen“ kann?
All diese Fragen und noch viele weitere behandelten die Schülerinnen und Schüler unserer neunten Klasse an unserem diesjährigen Sozialtag, dem 4. November. Angeleitet wurden sie dabei von Richard Weinzierl, einem Coach mit reichlich Erfahrung in den Bereichen Consulting und Personalmanagement. Im Laufe des Vormittags wurde über das Thema „sichtbare Piercings und Tattoos bei Bewerbungsgesprächen“ ebenso gesprochen wie über Friedemann Schulz von Thuns „Vier-Ohren-Modell“ oder die unterschiedlichen Höflichkeitsstandards in verschiedenen Kulturkreisen.
Auch wenn Freiherr Adolph von Knigge seine Schrift „Über den Umgang mit Menschen“ vor rund 200 Jahren verfasst hat, so konnten wir am Ende des Seminars doch feststellen, dass gutes Benehmen und Stil Themen sind, die auch heute noch – in veränderter, zeitgemäßer Form – aktuell und von zentraler Bedeutung für uns Menschen und unser Zusammenleben sind, da sie äußerer Ausdruck von etwas sind, das wir uns alle wünschen: Gegenseitiger Respekt und Toleranz.
Wir bedanken uns bei Herrn Weinzierl für die Zeit, die er – nun bereits zum achten Mal – mit uns verbracht hat und für die kompetente und unterhaltsame Art, in der er uns die Themenfelder Stil und gutes Benehmen vermittelt und damit einen wertvollen Beitrag zu unserem diesjährigen Sozialtag geleistet hat.
C. Kittel