Betriebsbesichtigung beim Bäckerhaus Veit

Crushed Ice im Brotteig? Arbeitsbeginn um 2.00 Uhr in der Früh? Hefezopf-Allergie? Alle diese – zum Teil erstaunlichen – Aspekte des Bäckerhandwerks lernten unsere Schülerinnen und Schüler bei einer Betriebsbesichtigung im Bäckerhaus Veit in Bempflingen kennen.

Im Rahmen der diesjährigen Projekttage an der Auwiesenschule trafen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Projektgruppe „Berufsorientierung – Berufe und Betriebe kennenlernen“ unter der Leitung von Frau Mähring am Vormittag des 15. Juli in den Räumen des Bäckerhauses Veit in Bempflingen ein. Begleitet wurde die Gruppe von unserem Job-Paten Herrn Haase, sowie von Herrn Gerhauser und Herrn Kittel.

In Bempflingen angekommen, wurden wir von Sonja Schmidt, der Leiterin der Personalabteilung des Bäckerhauses herzlich begrüßt und bekamen von ihr Informationen über den Betrieb, der seit über 90 Jahren in Bempflingen ansässig ist und sich ungeachtet starken Wachstums dem Bewahren des traditionellen Bäckerhandwerks verschrieben hat.

Anschließend wurden wir von Bäckermeister Oliver Lahde, dem Ausbildungsleiter bei Veit, durch den Betrieb geführt. Dass ein Bäcker sehr früh aufstehen muss, damit wir alle unsere frischen Brötchen und Brezeln ab 6.00 Uhr genießen können, war uns schon allen klar. Dass aber im Sommer größere Mengen an Eis dem Teig zugesetzt werden müssen, um damit die Dauer des Reifungsprozesses bei hohen Außentemperaturen zu regulieren, war für uns ebenso neu wie die Tatsache, dass das Schlingen von Hefezöpfen eine Fertigkeit ist, die nicht jeder beherrscht und dass diejenigen Mitarbeiter, die es eben nicht so gut können, oft eine – scherzhaft zu verstehende – „Allergie“ gegen diese Backware entwickeln.

Nach einer sehr gelungenen Betriebsführung, die uns Einblicke in nahezu alle Bereiche des Bäcker- und Konditorenhandwerks gab und bei der wir sogar selbst aktiv werden und unsere eigenen Dinkelseelen backen durften, endete der Vormittag mit Informationen über die Ausbildungsbedingungen bei Veit. Dazu standen uns eine Auszubildende und ein Meisterschüler Rede und Antwort. Wir erfuhren unter Anderem, dass die Firma Veit ihren Azubis ein übertarifliches Angebot macht, was Urlaubszeiten sowie zusätzliche Leistungen betrifft und dass ein Arbeitsbeginn vor 4.00 Uhr morgens zwar gewöhnungsbedürftig ist, dass es aber im Sommer schon ein Vorteil sein kann, nach der Arbeit und vor allen anderen Freunden, im Freibad zu sein.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Schmidt und Herrn Lahde vom Bäckerhaus Veit für diesen spannenden und umfassenden Einblick in ein Berufsfeld, mit dem wir alle täglich zumindest inderekt zu tun haben und in einen Betrieb, dem es auf beeindruckende Weise gelingt, traditionelles Handwerk und moderne Produktionsabläufe miteinander zu verbinden. 

Im Bild zu sehen ist Herr Lahde, wie er den Schülern ihre selbst hergestellten Dinkelseelen überreicht. Geschmeckt haben sie im Übrigen hervorragend und auch die Form erinnerte bei manchen tatsächlich an die Form der Seelen, die man aus der Bäckereifiliale kennt. Andere hingegen erinnerten eher an Bananen oder Salatgurken. Wie bei fast allem, macht offenbar auch hier die Übung erst den Meister.

C. Kittel