Fernunterricht an der Auwiesenschule

Wie eine „Mission impossible“ – also ein unmöglich zu erfüllender Auftrag – so erschien vielleicht manchen Lehrerinnen und Lehrern das, was im vergangenen Frühjahr plötzlich von ihnen und ihren Schülern erwartet wurde. Ebenso dürften sich viele Eltern mit der Vorstellung des Unterrichts zuhause schwer getan haben.

Lernen auf Distanz stellte damals, zu Beginn der Pandemie, für uns alle eine große Herausforderung dar. Wie soll das gehen? Schule ohne persönlichen Kontakt? Wie sollen Kinder und Jugendliche per Tablet, Maus und  Monitor Wissen vermittelt bekommen? Wie soll man so zusammen eine Ballade besprechen, eine knifflige Rechenaufgabe lösen oder unregelmäßige Verben üben? Wie eine Gruppenarbeit machen? Ein Essen zubereiten oder ein chemisches Experiment machen?

Dass das bei uns mittlerweile gut klappt und dass das Fernlernen für manchen sogar Möglichkeiten der Beteiligung bietet, die ihm eher zusagen als es das der klassische Präsenzunterricht tut, ist nach nun fast einem Jahr immer wiederkehrender Phasen der Schulschließung deutlich geworden. Ebenso klar geworden ist uns allen aber auch, dass nur der unmittelbare persönliche Kontakt Beziehungsarbeit ermöglicht und dass diese für gelingendes Lernen auf Dauer durch nichts zu ersetzen sein wird.

Doch der Fernunterricht bestimmt derzeit den Schulalltag und wird uns wohl auch noch einige Zeit begleiten. Natürlich gab es für uns alle – Lehrkräfte und Schüler*innen – in den zurückliegenden Monaten viel Neues zu erlernen, wir haben manches ausprobiert, einiges weiterentwickelt und das eine oder andere auch wieder verworfen. Durch diesen Prozess, ergänzt durch zahlreiche externe und kollegiumsinterne Fortbildungen haben wir alle – Schüler, Eltern und Lehrkräfte – mittlerweile eine gewisse Expertise erlangt und können so auch in der aktuellen Schulschließungsphase in allen Jahrgangsstufen und in nahezu allen Fächern ein qualitativ hochwertiges, ansprechendes und methodisch abwechslungsreiches Fernlernangebot machen.

Dennoch hoffen wir alle natürlich auf eine baldige Rückkehr in den Präsenzunterricht, denn wir spüren es immer wieder: Schule lebt von Gemeinschaft, vom Miteinander und von echten Begegnungen.

C. Kittel


„Mission Impossible?“: In seinem kurzen Film gibt der Filmemacher und ehemalige Schulleiter Walter Korinek einen Einblick ins Fernlernen an der Auwiesenschule. Dabei schaut er Konrektor Stephan Gerhauser bei einer Deutschstunde mit Neuntklässlern über die Schulter.